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Schattenparker e. V. > Chronik > Vorgeschichte: OBI-Platz (2003-2005)

Vor-Vorgeschichte

Seit der Schaffung des von der Stadt verwalteten (nicht: selbstverwalteten) Wagenplatzes am Eselwinkel und der Räumung des Vaubangeländes, beides im Jahr 1997, hat die Stadt Freiburg ein immer wiederkehrendes „Ärgernis“ am Hals:

Da gibt es in dieser Stadt auch Wagenbewohner von der Sorte, die sich nicht auf die Eselwinkel-Knebelverträge einlassen wollten, die teils schon 1997 für einen selbstverwalteten Wagenplatz kämpften und die damals nicht erhört wurden; und so taucht seit Jahren mal hier, mal da wieder eine Wagenansammlung auf, meist am Straßenrand oder auf ungenutzten Grundstücken. Und es werden trotz Schikanen und Räumungen eher mehr als weniger!

Die Stadtverwaltung versucht das Phänomen wegzudefinieren. Man habe sich 1997 mit dem legalen Platz ja schon weit aus dem Fenster gelehnt! Nun müsse einmal Schluss sein! Es gebe doch den Eselwinkel!
An Gesprächen zeigt die Verwaltung also leider kein Interesse. Dies ändert sich schließlich im Sommer 2003, denn:

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Badische Zeitung, Anfang Juli 2003


Nach dieser Besetzungsaktion im Juli 2003 geht’s plötzlich: Die Stadt will reden. Die Ernüchterung folgt jedoch sofort: städtische Gelände stehen wegen eines angeblichen Gemeinderatsbeschlusses nicht zur Diskussion, aber von privat könnte ja etwas gefunden werden.

Die im Juli begonnenen Gespräche bleiben ergebnislos. Bis Ende 2003 werden der Stadt weit über 30 Standorte in Privatbesitz genannt; alle werden abgelehnt, ohne dass die Wagenleute direkt mit den Besitzern in Kontakt treten konnten.

Das einzige Gelände, das nach Ansicht der Stadt „geeignet“ erscheint, ist eine Baugrube in der Schildackerstraße. Abgesehen davon, dass das Gelände nur einem Teil der Wagenleute Platz geboten hätte, wird zum Winteranfang deutlich, dass die Grube als Wagenburgstandort ungeeignet ist: Die Grube ist so tief, dass der Rauch aus den Holzöfen unvermeidlich in die benachbarten Wohnungen ziehen würde; die Zufahrt (eine Kiesrampe) bei winterlich-feuchter Witterung nicht für LKW-Benutzung geeignet; außerdem sammelt sich in der Grube im Winter das Wasser.
Das Gelände wird von Seiten der Wägler auch aus politischen Gründen abgelehnt: es stellt sich heraus, dass Besitzer die Rüstungsfirma Litef ist.

OBI-Platz

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Eines der ersten Fahrzeuge am OBI - Straßenrand

2003

Bereits seit dem Frühjahr wohnen einzelne Wagenbewohner auf dem Parkstreifen an der Basler Landstraße in St.Georgen.

Da dies der einzige Standort ist, wo Verwaltung und Polizei nicht allergisch auf bewohnte Wagen in der Stadt reagieren, kommen im Lauf der Zeit mehr Wagenleute dazu.

Dieser Platz geht in den folgenden zweieinhalb Jahren als Platz „am Campus“/ „Obi Süd“ in die Freiburger Wagengeschichte ein.

Februar 2004

Es kommt zu ersten Anwohnerbeschwerden, die von der Stadt abgewiegelt werden.

Der Grund ist die „politische Lage“: „Im Hinblick auf die Gesamtlage ‚KTS‘ sollten derzeit keine Maßnahmen mit dem Ziel einer Räumung gegen die Wagenburgbewohner eingeleitet werden“, so das Amt für öffentliche Ordnung am 5.3.2004 in einer Stellungnahme an die Rathausspitze.

Die Gesamtlage ist: Anfang 2004 ist richtig viel los in Freiburg!

Hausbesetzungen in Freiburg:

Hausbesetzung auf Vauban am 10.1.2004 (Indymedia, 13.1.2004)
Weitere Hausbesetzung am 17.1.2004 (Indymedia, 18.1.2004)

Das autonome Zentrum KTS ist räumungsbedroht:

KTS-Chronik hierzu
Indymedia-Artikel über den Kampf zum Erhalt der KTS (4.2.2004 ff)

Es kommt zu Demonstrationen und zu mehreren KTS-Konzerten unter freiem Himmel in der Innenstadt. Die Wagenleute am Obi unterstützen die KTS u.a. mit ihren Fahrzeugen.


23. Februar 2004

KTS und Wagenburgler nehmen am Freiburger Fastnachtsumzug teil.
Indy berichtet (Indymedia, 23.02.2004)

20. März 2004

Love or Hate - Parade für den Erhalt der KTS, auch wieder mit fetter Schattenparker-Beteiligung


„Love or Hate Parade in Freiburg am 20.3.“ (Indymedia, 21.3.2004);

„Love OR Hate-Parade in Freiburg für die KTS“ (Indymedia, 22.3.2004)




Wie es weiterging (Mietvertrag für die KTS wurde erkämpft!):
„Autonomes Zentrum KTS Freiburg bleibt“ (Indymedia, 08.01.2008)





August 2004
Die Wagentage, ein bundesweites Treffen von Wagenbewohnern, finden nach Absprache mit der Stadtverwaltung am ehemaligen Wagen-Standort im Gewerbegebiet Haid statt. Die Wagentage sind gleichzeitig Auftakt einer Kulturkarawane, die von Freiburg über Stuttgart bis Saarbrücken führt. Am 28.8. findet eine Demo statt.

Indymedia-Bericht

Wägler erheben ihre Stimme (Badische Zeitung, 30. 8. 2004)

Die Karawane rollt an (Badische Zeitung, 28. August 2004)

In der Folge werden verschiedenen Fahrzeughaltern Bußgeldbescheide zugestellt, nur weil sie einige Tage nach der angemeldeten Aktion noch im Gewerbegebiet parken. Ebenso ergeht es Fahrzeugen am Opfinger See. Teilnehmern an einer demonstrativen Aktion auf dem Stühlinger Kirchplatz erhalten Bußen wegen „Befahrens öffentlicher Grünfläche“.
War das nun ein mündlicher Hinweis, oder stand das sogar schwarz auf weiß geschrieben? Weiß keiner mehr. Jedenfalls ergeht der Hinweis, dass kein „Wohnen im öffentlichen Verkehrsraum“ außerhalb des Platzes am Campus (OBI) akzeptiert werde. Die Stadt drängt also Wagenbewohner auf diesen Platz hinauf.



23. August 2004
„Die Wägler sind geduldet“, titelt die Badische Zeitung am 23. 8. 2004 allzu optimistisch.

Winteranfang 2004/2005
Weitere Wagenbewohner aus Freiburg, die auf Parkplätzen wohnen oder kurzfristige Übergangslösungen gemietet hatten, werden darauf hingewiesen, dass sie beim Parken in Freiburg mit Repressionen zu rechnen haben. Stadt und Polizei forcieren den Zuzug dieser Menschen auf den bestehenden Platz am Campus (Basler Landstraße, Obi Süd). Dadurch verdoppelt sich die Zahl der Wagen auf diesem Gelände.

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Es wird voller...


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25.11.2004
Polizei, Umweltschutzamt und Wirtschaftskontrolldienst statten dem Wagenplatz einen unangekündigten Besuch ab.
„Nichts gravierendes“ kann entdeckt werden.

„Schattenparker im Visier der Polizei“ (Badische Zeitung, 26.11.2004)

Jan. 2005
Die Stadt drängt auf „Gespräche mit den Wagenbewohnern“. Diese sind gerne hierzu bereit, ist doch die vom Verkehr frequentierte Basler Landstraße als dauerhafter Standort nicht geeignet. Die Gespräche finden statt am 12.1.’05 und 25.1.’05. Was jedoch anfangs wie ein ernstgemeinter Versuch der Stadt scheint, eine gemeinsame Lösung für einen Eratzstandort zu finden, entpuppt sich beim zweiten Termin als scheibchenweise übermittelte Information, der Platz werde in Kürze ersatzlos geräumt.


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Es werden wie bei allen bisherigen Freiburger Räumungen Stellplätze auf dem städtischen Wagenplatz am Eselswinkel angeboten. Diese reichen zahlenmäßig nicht einmal ansatzweise für die Menschen am OBI aus.

Dennoch kann bereits seit November niemand mehr auf dem Eselwinkel einziehen. Der Zuzugsstop besteht, um Plätze für die Schattenparker freizuhalten.

Die Eselwinkel - Bewohner reichen eine Unterschriftenliste gegen einen eventuellen Zuzug der Schattenparker bei der Stadt ein. Die Schattenparker machen klar, dass sie die Eselwinkel - Bewohner als Gruppe respektieren, in die sie nicht eingreifen wollen.


Feb. 2005
Die Wagenbewohner erhalten die Räumungsverfügung. Sie setzen die Suche nach einem privaten Ersatzgelände fort, gleichzeitig versuchen sie Zeit zu gewinnen: es wird Widerspruch eingelegt, der Rechtsstreit zieht sich bis in den Herbst.

In dieser Phase wird der Name „Schattenparker“, der schon 2001 von einer Gruppe benutzt wurde, wieder aus der Versenkung geholt. Einzelne OBI-Bewohner waren auch damals dabei - dennoch ist es eine neue Gruppe, die sich nun angesichts der Räumungsbedrohung bildet.

Herbst ’05

In der Nacht zum 25.11.’05 wird der Platz in sauberem Zustand freiwillig verlassen. Die Vertreibungspolitik der Stadtverwaltung beginnt und gipfelt vorläufig in der Beschlagnahme von 24 Wagen am 3.12. 2005.

→ weiter: 3 Monate Beschlagnahme...


Vorgeschichte:
Obi-Platz (2003-2005)
3 Monate Beschlagnahme
im Winter 2005/2006
Die Zeit
im Haid (2006)
Ponyhof/Himmelfall
ab Herbst 2006







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