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Wagenleben in Freiburg (1987-heute)


Hier finden Sie einen ‹berblick Łber die Entwicklung der Freiburger Wagenszene.

Zusštzlich haben wir ausfŁhrlichere Dokumentationen angelegt Łber die
- Geschichte der Schattenparker,

- den stšdtischen Wagenplatz am Eselwinkel (1998-heute),
- den Wagenplatz am SchŲnberg (1995-1998) und
- Łber die Strassenpunx (2002-heute).



Wagenleben in Freiburg (1987-heute)

KapitelŁbersicht :
- 1987-1995 : Eine Reihe von Vertreibungen : Die Entstehung des Vauban - Wagenplatzes
- 1995 : Strategien angesichts der Ršumungsbedrohung auf Vauban
- 1997 : Punika-Oase und "Fliegende Wšgen"
- 1999 : Deeskalation von Seiten der Wagenbewohner
- 2001 : Vom Gewerbegebiet Haid bis zur Odyssee 2003
- 2003 : Wagenplatz Obi-SŁd / Am Campus
- 2007 : Es geht weiter...


1. Eine Reihe von Vertreibungen :

Die Entstehung des Vauban - Wagenplatzes


1987

Auf dem Brachgelšnde im Stadtteil „im GrŁn“ hinter den Fauler - Arbeitshšusern entsteht die erste Wagenburg, die sich als solche bezeichnet.
Schon bald plant die Stadtverwaltung die Vetreibung der Wagenmenschen. Die GR‹NEN protestieren ; Unterzeichner fŁr den Kreisverband ist der heutige OB Dieter Salomon (→ Pressemitteilung der GrŁnen).

Ende 87
Ršumung und Beschlagnahme der 7 Wagen „im GrŁn“, die nunmehr auf das Grethergelšnde an der ehemaligen Schmiede ziehen.

1988

Eine Gruppe von Menschen, die im Wagen leben, wird „Auf der Haid“ gesichtet ; auŖerdem gibt es viele Menschen, die einzeln oder mit wenigen zusammen privat oder geduldet auf Waldparkplštzen mit ihren Wagen stehen. √œber den Winter stellt der Campingplatz Hirzberg Wšglern einige Plštze zur VerfŁgung .

1989 : Entstehung des Wagenplatzes Biohum / Rieselfeld

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Im Rieselfeld, 1990

Die Wagen “Auf der Haid” siedeln 1989 auf Druck der Polizei um, auf das sog. Biohum- Gelšnde im Rieselfeld.

Wegen nicht zu lŲsender Probleme der zu heterogenen Gruppe verlassen im Laufe des Jahres 1990 einige den inzwischen geduldeten Platz.

Im FrŁhjahr 1992 erlšŖt der Zweite BŁrgermeister Sven v. Ungern- Sternberg die sofortige Ršumung des Biohum- Gelšndes.
Protest regt sich bei sozialen Gruppen und dem Gesundheitsamt Łber diesen WillkŁrakt. Der Gemeinderat entscheidet sich fŁr einen Fortbestand des Platzes, wenn kein Ersatzgelšnde ausgewiesen wird. 19 mŲgliche Plštze werden von der Verwaltung genannt ; in der Folge bleibt es jedoch beim alten Standort.
2001 wird der Platz um einige Meter verlagert und legalisiert. (Badische Zeitung, 20.9.2001 : „Wagenburg kann neuen Platz ansteuern“)


1991-1992 : Wagenplatz in Lehen

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Polizeibesuch in Lehen (1991)

Ostern 1991
Das stšdtische GrundstŁck “Im Zinklern” in Lehen wird Ųffentlich besetzt.
Die Stadt schreitet sofort ein : es ergeht eine ordnungsrechtliche RšumungsverfŁgung. Parteien und Presse greifen das Thema auf, die Stadt entscheidet sich daraufhin fŁr eine zivilrechtliche Klage als GrundstŁckseigentŁmerin. Der Prozess vorm Landesgericht endet mit einem Vergleich.
Es wird eine Frist gesetzt bis Ende ’92, innerhalb derer eine politische LŲsung gefunden werden soll.


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Klick : mehr Bilder vom Lehener Wagenplatz

1992
Im Freiburger Gemeinderat wird der Lehener Wagenburg eine Fristverlšngerung ebenso wie ein Ersatzgelšnde verwehrt.


Okt. 1992
Anstatt einer politischen LŲsung : Lehen wird geršumt.

Die Bewohner teilen sich in drei Gruppen auf.

Eine Gruppe pachtet ein Gelšnde im HŲllental, die zweite ein GrundstŁck in Hochdorf.
Die dritte zieht nach St. Georgen, wo sie bis heute noch stehen (Wagenburg ÷lmŁhle).

Sommer 1993
Einige Wagenbewohner ziehen auf den ehemaligen SchieŖplatz am Flughafen. Verschiedene Versuche von kleinen Gruppen, Wiesen zu pachten, scheitern am Widerstand der OrdnungsbehŲrde.
September 93
Der Platz im HŲllental weicht dem Druck des Landratamtes und verlšŖt das Gelšnde.

Mai 94

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Hochdorf wird verlassen

SchieŖplatz erhšlt die RšumungsverfŁgung. Die Wagenburg zieht auf das leerstehende Kasernengelšnde „Quartier Vauban“ um.
POK GŁnter Zinnkann (zustšndig fŁr Vauban) erinnert sich : „Bildung von Wagenburgen – Beginn 20. Mai 1994“

1995
Auch der Hochdorfer Platz muŖ verlassen werden.


1994 - 1996

Durch diese Vertreibungen haben sich immer mehr Wagenbewohner auf dem Vauban - Gelšnde eingefunden.

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Klick : mehr Bilder vom Vauban-Gelšnde

Auf dem noch unbebaute Gelšnde leben die Wagenleute zunšchst in kleinen Gruppen verstreut.

Ab Herbst 1994 ist es politische MaŖgabe, dass alle Bewohner auf einen "geeigneten Standort auf dem Gelände konzentriert werden" sollen . Im Gegenzug sichert die Stadtverwaltung ein Jahr Duldung des Vaubangelšndes zu. So entsteht auf und um den ehemaligen Kasernenreitplatz eine Patchwork-Wagenburg mit 100 Wšglern.

POK GŁnter Zinnkann erinnert sich : „Treffpunkt bei Hermann am DB 508 und seinem Flohmarkt“






2. 1995-1999 : Strategien
angesichts der Ršumungsbedrohung auf Vauban



1995 : Die Wagenburg auf dem ehemaligen Kasernengelšnde Vauban ist nur befristet geduldet, auf dem Gelšnde soll ein neuer Stadtteil entstehen.
Angesichts der drohenden Ršumung von Vauban entwickeln verschiedene Gruppen unterschiedliche Strategien, um das Leben im Wagen fortsetzen zu kŲnnen.





  • die spštere Eselswinkel-Gruppe

Vertršge mit der Stadt unter Zšhneknirschen
→ (...hierzu gibt es einen detaillierteren Artikel)

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  • Initiative Punika-Oase und Fliegende Wšgen


    Punika-Oase wird 1997 vom Vauban-Gelšnde geršumt,

    Fliegende Wšgen im selben Jahr von dem Gelšnde am Flugplatz.

    → (Hiervon wird im folgenden mehr berichtet.)

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3. Punika-Oase und "Fliegende Wšgen"



1995 / 1996

Der groŖe Wagenplatz auf Vauban soll geršumt werden.
Zunšchst sieht es nach einer ersatzlosen Ršumung aus, aufgrund von Druck aus der ÷ffentlichkeit soll dann aber doch Ersatz geschaffen werden. (Dies fŁhrt zum oft falsch interpretierten „Gemeinderatsbeschluss von 1996“)


Mai 1996

Schnell ist klar, dass der kŁnftige Vauban-Ersatzplatz auf ein Projekt fŁr betreutes Wohnen unter Obhut des Sozialamts hinauslaufen wird. Nicht alle Bewohner von Vauban sind hiermit einverstanden.

Wer unterschreibt schon eine Bewerbung auf einen Stellplatz, mit der man gleichzeitig die eigene RšumungsverfŁgung unterschreibt – und diese gilt unabhšngig davon, ob ein Ersatzplatz gefunden wird oder nicht !

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1996 auf dem von "Fliegende Wšgen" besetzten stšdtischen GrundstŁck

Aus diesen GrŁnden zieht im Mai 1996 eine Gruppe von Vauban auf eine stšdtische Wiese am Flugplatz um. Als Name wšhlt sie zunšchst "Analanako" (Anarchistisches Landnahmekollektiv)", spšter "Fliegende Wšgen (in Anlehnung an "fliegende Bauten", die keiner Baugenehmigung bedŁrfen).

Die Stadt erlšsst eine RšumungsverfŁgung, aber dem Widerspruch hiergegen wird vom Verwaltungsgericht stattgegeben.

Die Stadt ist zu einer Duldung gezwungen. Die Fliegenden Wšgen melden sich weiterhin lokalpolitisch zu Wort, z.B zu den Geschehnissen im FrŁhjahr 2007 (1).

Januar 1997

Nachdem sie mit ihrem Anliegen bei der Stadt auf taube Ohren gestoŖen ist (1 2), verlšŖt eine weitere Gruppe das Vauban : Die Initiative Punika-Oase besetzt am 26.1.97 ein stšdtisches GrundstŁck im Gewerbegebiet Haid. Der Platz wird am 30.1. geršumt und die Fahrzeuge beschlagnahmt. Spšter befindet sich die Gruppe wieder auf Vauban.

FrŁhjahr 1997

Jene Gruppe von Vauban - Wagenbewohnern, die sich auf die Vorgaben und Knebelvertršge der Stadt eingelassen hat, bezieht eine Betonplatte an der TullastraŖe. Im Juni 1998 erfolgt der Umzug an den Eselswinkel, dort besteht die Wagenburg bis heute.


Der heiŖe Sommer 1997


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taz : "Baden-WŁrttemberg im Ršumungsfieber"

1997 (Punika-Oase)

Die auf dem Vaubangelšnde verbliebenen Wagenbewohner werden vertrieben (21.5. 1997). Die Stadt droht mit Beschlagnahme, falls die Wagen auf stšdtischer Flšche nochmals angetroffen werden.

Mai 1997 (Fliegende Wšgen)

Kurz darauf erhšlt die Gruppe am Flugplatz einen Ršumungsbescheid fŁr den 5. Juni.

5.6. - 10.6. 1997 Punika-Oase und Fliegende Wšgen vereinigen sich, verlassen die Wiese am Flugplatz als die Polizei eintrifft, fahren tagsŁber als Demonstrationszug durch die Stadt und parken jeweils abends auf Ųffentlichen Parkplštzen.
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"Was ist das : vorne Traktor, hinten Polizeiwanne ?"

Die Stadtverwaltung lšŖt am 10.6. frŁhmorgens die Freiburger Einsatzhundertschaft anrŁcken, alle Fahrzeuge auf dem Parkplatz des technischen Rathauses sollen beschlagnahmt werden. Die Wagenleute kŲnnen dies in letzter Sekunde verhindern, indem sie legale Abstellplštze vorweisen. Bewohnen kŲnnen sie ihre Fahrzeuge allerdings nicht mehr.

10.6. - 17.6. 1997

Die Wagenleute Łbernachten auf dem Rathausplatz, bis ihr KŁchenzelt beschlagnahmt und die ‹bernachtung mit BuŖgeldern belegt wird.

Sommer 1997

Die Wagenleute versuchen die Situation zu deeskalieren, indem sie vorerst nicht als Gruppe auftreten.

29.8. 1997

Die Gruppe wohnt auf einem Gelšnde der Firma Rhodia und wird am 2.9. vertrieben.

Sept. 1997

‹ber verschiedene Stationen gelangen die Wagenbewohner auf das leerstehende GrundstŁck des ehemaligen SŁdwestfunk-Studios im Stadtteil GŁnterstal (5.9.’97). Dort werden sie am 16.9. geršumt und drei Wagen beschlagnahmt.

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"...ein Bild der VerwŁstung"

26.9. 1997

Die Polizei spŁrt die Wšgler am Opfinger Baggersee auf, die Stadt lšŖt in einer ebenso spektakulšren wie illegalen Aktion alle Fahrzeuge beschlagnahmen und auf die stšdtische MŁlldepolie verbringen.

30.9. 1997 Da die Beschlagnahme rechtswidrig ist, nehmen die Wagenleute einen Akt der Besitzkehr vor und holen sich in der Nacht zum 30.9. ihre Fahrzeuge zurŁck. FŁnf dieser Fahrzeuge werden am 7.10.’97 abermals rechtswidrig beschlagnahmt.

Das Gerichtsverfahren, das die Wšgler gegen die Stadt anstrengen, endet Monate spšter mit einem Vergleich.

Zunšchst jedoch mŁssen die Wagenleute eine Summe von DM 1000,- pro beschlagnahmtem Fahrzeug aufbringen.

15.10. 1997

Schreiben des Amts fŁr Ųffentliche Ordnung : "Wir machen aber darauf aufmerksam, dass bei erneutem Antreffen der genannten Wagen im Stadtgebiet von Freiburg auf einem nicht legalen Stellplatz sofort erneut eine Beschlagnahme erfolgen wird. Die Wagen werden dann unmittelbar danach eingezogen und verschrottet.“




4. Deeskalation von Seiten der Wagenbewohner



1999

Ehemalige Bewohner der SchŲnberg-Wagenburg und andere Wagenbewohner (z.B. Punika-Oase) stehen auf dem Fahnenmastplatz im Stadtteil Vauban.

Im Sommer 1999 muss dieser Platz verlassen werden :

die Stadt droht mit Abschleppen der Wagen. Es wird behauptet, das Gelšnde werde „in KŁrze vermarktet und bebaut“. Zumindest bis zur demonstrativen Aktion am 3.12.2005 passiert mit dem GrundstŁck rein gar nichts.

Ende 1999 bis Herbst 2001
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2000 auf M1 / Vauban


Die Wšgler bewohnen andere Brachflšchen auf Vauban, werden jedoch immer wieder vertrieben. Als Beispiel hier das Schreiben der Stadt, um die Brachflšche „M1“ am Eingang der Vaubanallee zu ršumen : „Sollten am 20.03. 2000, 8.00 Uhr Fahrzeuge auf dieser Flšche abgestellt sein, sehen wir uns gezwungen, diese ohne weitere Aufforderung abschleppen zu lassen.“ (Schreiben des Bauverwaltungsamtes vom 14.03.2000)

seit FrŁhjahr ’01

Eine Gruppe von Wagenleuten befindet sich auf einer Brachflšche nahe der zukŁnftigen Wendeschleife der Stadtbahn Vauban. Diese Gruppe gebraucht zum ersten Mal den Namen „Schattenparker“. Mit den Schattenparkern von 2005 ist sie aber nicht identisch.

Juni ’01

Obwohl das Gelšnde bis zum Bau der Stadtbahn (damals geplant 2006) nicht benŲtigt wird, ordnet die Stadt mit Frist zum 16.7.’01 die Ršumung an.

Juni ’01

Die Wagenleute suchen ein privates Gelšnde zu pachten. Einfach gestaltet sich dies nicht, da die Stadtverwaltung nicht kooperiert : „Die Wagenburg “Schattenparker“ hat noch immer keinen Ausweichstandort. Die jŁngste Idee, auf eine Flšche des Vereins „Autofreies Wohnen“ in Vauban umzuziehen, hat sich gestern schnell zerschlagen. BaubŁrgermeister Schmelas blockte den Vorschlag ab : das GrundstŁck sei an einen bestimmten Zweck gebunden.“ (BZ, 11.07.01)

Der Versuch, von einem Opfinger Landwirt zu pachten, scheitert ebenfalls, da die Verwaltungsspitze die Entscheidung an den Opfinger Ortschaftsrat abwšlzt, welcher unzureichend informiert sich gegen das Projekt ausspricht (vgl. BZ vom 19.Sept.2001, S.25)

16.7.’01


Der Platz wird „freiwillig“ verlassen.

‹ber verschiedene Stationen gelangen die Wagenbewohner in eine StichstraŖe im Gewerbegebiet Haid, wo weitere Wagenbewohner zu ihnen stoŖen.



5. Gewerbegebiet Haid :
Ein neuer Platz entsteht



Die Situation im Jahre 2001

Es bestehen folgende Wagenplštze in Freiburg :

  • Wagenplatz auf dem Gelšnde des Mietshausprojektes „Selbstorganisierte Unabhšngige Siedlungs-Initiative“ (S.U.S.I)
  • ÷ko-Wagenburg ÷lmŁhle, St.Georgen, seit 1992. Privat gepachteter Platz.
  • Biohum/Rieselfeld, seit 1989. Seit 2001 von der Stadt verwaltet.

Sommer/Herbst 2001
Durch die Vertreibung von verschiedenen anderen GrundstŁcken und Parkplštzen entsteht der Standort im Gewerbegebiet Haid (Parkstreifen entlang der Sackgasse BŲtzinger StraŖe).

Winter ’01/’02 :
Erste Vertreibung aus dem Haid. Angedroht ist u. a. die Beschlagnahme der Fahrzeuge. Der Standort wird sauber und fristgerecht verlassen.

Jan./Feb. ’02
Dauerndes Hin- und Herziehen von Parkplatz zu Parkplatz. Die Stadtverwaltung gibt keine Ruhe : nach jeweils maximal einer Woche steht wieder die Polizei vor der TŁr.

FrŁhjahr ’02
Nach etwa zwei Monaten bleibt der GroŖteil der Wšgler wieder auf der Haid stehen. Diesmal bleibt die Vertreibung vorlšufig aus.

Sommer 2002
BemŁhungen der Wšgler, in Stadtteil Wiehre von der Stadt den ehemaligen Recyclinghof anzumieten, scheitern nach langen Verhandlungen am Desinteresse der Stadt.

Herbst/Winter ’02
Repressionen seitens des Gemeindevollzugsdienstes. Das Leben der Wagenbewohner wird peinlichst dokumentiert, offensichtlich um gerichtsverwertbare Fakten zu sammeln, sollte es zu einem Rechtsstreit Łber die fŁrs Jahresende zu erwartende Ršumung kommen.


Odyssee 2003


Januar ’03 :
Der Parkstreifen im Gewerbegebiet Haid wird verlassen, bevor es zu einem solchen Rechtsstreit kommen kann.

Spštwinter ’03
Der Łberwiegende Teil der Wagenleute aus dem Haid befindet sich auf einer unbebauten Flšche im Stadtteil Vauban. Die Stadt droht abermals mit Abschleppen der Fahrzeuge, das Gelšnde wird Anfang Februar wieder verlassen.

FrŁhjahr ’03
Die Wagenbewohner werden bald hier, bald dort in der Stadt vertrieben. BemŁhungen, einen Platz von Privat zu mieten, werden intensiviert.

April ’03
Beispiel fŁr eine Anfrage an einen potentiellen Vermieter : Der Verein fŁr Autofreies Wohnen lehnt das Anliegen der Wagenbewohner ab, u. a. weil eine Nutzung der Wšgler nur vorstellbar sei „wenn die Stadt diese zumindest toleriert... davon kŲnnen wir nicht ausgehen.“ (Schreiben vom 9.5.2003).

April ’03
VorŁbergehender Standort ist der damals noch unbebaute „Alte MeŖplatz“. Die Schikanen des Gemeindevollzugsdienstes setzen sich fort. Der Platz wird verlassen, um den Konflikt mit der Stadt zu entschšrfen.

Juli ’03
In der Folge eines Techno-Festivals befinden sich viele Wšgler auf dem besetzten Eternit-Gelšnde bei March-Neuershausen nahe Freiburg. Es wird versucht, mit dem Besitzer in Verhandlungen zu treten, jedoch ist dem kein Erfolg beschieden. Die Ršumung am lšuft friedlich ab.

Aufgeschreckt durch diese Aktion ist die Stadtverwaltung zu Gespršchen bereit. Es werden Verhandlungen mit der Stadt aufgenommen, um mŲgliche Standorte auf privatem Grund zu ŁberprŁfen.



6. Wagenplatz Obi-SŁd / „Am Campus“



ab Sommer ’03

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Immer wieder werden Wagenleute von verschiedene Standorten (Parkplštzen) vertrieben (→ Indymedia-Bericht) ; nach und nach landen die meisten auf dem Parkstreifen an der Basler LandstraŖe in St.Georgen, der in den folgenden zweieinhalb Jahren als Platz „am Campus“/ „Obi SŁd“ in die Freiburger Wagengeschichte eingeht.

„Am Campus“ beginnt die „Vorgeschichte der Schattenparker“,
nachzulesen in der seperaten →Schattenparker-Chronik.

Feb. ’05
Die Schattenparker erhalten die RšumungsverfŁgung. Um Zeit zu gewinnen, wird Widerspruch eingelegt, der Rechtsstreit zieht sich bis in den Herbst.

Herbst ’05
In der Nacht zum 25.11.’05 wird der Platz in sauberem Zustand freiwillig verlassen. Die Vertreibungspolitik der Stadtverwaltung beginnt und gipfelt vorlšufig in der Beschlagnahme von 25 Wagen am 3.12. 2005 (→ Schattenparker-Chronik).



7. Es geht weiter...



Mšrz 2006
Herausgabe der drei Monate zuvor beschlagnahmten Schattenparker-Fahrzeuge. Die Schattenparker haben einen auf sechs Monate befristeten Mietvertrag im Gewerbegebiet Haid.
In Monaten zšher Verhandlungen wird versucht, Stadt und Gemeinderšte von der Notwendigkeit einer langfristigen LŲsung zu Łberzeugen (&rarr Chronik der Schattenparker).

Im September 2006 schlieŖen die Schattenparker mit der Stadt Freiburg einen 5-Jahres-Mietvertrag Łber die Gelšnde Ponyhof und Himmelfall neben dem Eselswinkel-Wagenplatz ab.

August 2006
Die StraŖenpunx, eine von der Stadtverwaltung seit Jahren immer wieder unter BrŁcken vertriebene Gruppe, werden von dem Gelšnde Ponyhof neben dem Eselwinkel-Wagenplatz geršumt. Fahrzeuge werden verschrottet, Privateigentum auf den MŁll geworfen.
Infos Łber die StraŖenpunx unter „Links“

Februar 2007
Ršumung der StraŖenpunx vom alten SchieŖplatz.
→ StraŖenpunx - Chronik

April 2007
Auch eine weitere Gruppe von Wagenbewohnern, die auf einem bewaldeten GrundstŁck in der Nšhe des SchieŖplatzes wohnen, muss verschwinden.
Der Platz war seit seiner Entstehung im Juni 2002 zunšchst unentdeckt geblieben.
Bericht in „Der Frei(e)BŁrger“ (Mšrzausgabe 2007).

28. Februar 2008
Es gelingt, den Zuzugsstop am stšdtisch verwalteten Wagenplatz Eselwinkel aufzuheben.

Seit Anfang 2005 (= RšumungsverfŁgung fŁr die Schattenparker an der Basler LandstraŖe) hatte dort niemand mehr zuziehen dŁrfen.
Die Stadtverwaltung versuchte, mit dieser MaŖnahme Platz freizuhalten und schaffte damit ein Druckmittel gegenŁber den Schattenparkern mit der Aussage, dass es in Freiburg schon genug Platz auf stšdtischem Grund fŁr Wagenbewohner gšbe (vgl. z.B. PM Stadt Freiburg vom Dez. 2005). Es handelt sich jedoch nur um fŁnf (angeblich elf ; jedenfalls eine Farce bei 40 Schattenparkern ohne Platz) freie Parzellen.

Nun haben sich fŁnf der StraŖenpunx Zugang zu den freien Stellplštzen erkšmpft : Freiburger Strassenpunx ziehen auf den Eselswinkel
(sehr aufschlussreicher Indymedia-Artikel, auch zur derzeitigen Situation der anderen Freiburger Wagenplštze).

2009 - 2011
Kunst-, Kultur- und Wagenkollektiv Kommando Rhino im Stadtteil Vauban.

Startschuss am 29. 07. 2009 fŁr eine 2 Jahre dauernde Besetzung. Das bereits mehrmals besetzte M1 Gelšnde in der Vauban wird von einer neuen Wagengruppe wieder zum Leben erweckt.
Wir verweisen hier auf
- http://rhino.blogsport.de/chronik
sowie
- Stadt auf Konfrontationskurs (Indy-Artikel 22.10.2009)
- Wagenplatz Kommando Rhino vor der Ršumung (Indy-Artikel 24. 07. 2011)
- Ršumung von Kommando Rhino und die Tage der Repression (Radio Dreyeckland-Beritršge August 2011)

Am 03. 08. 2011 erfolgt die Ršumung des Wagenplatzes Kommando Rhino.

2011 ...

2013 ...


Chroniken schreiben sich besser mit Abstand... wenn du wissen willst, was seither passiert ist, durchforste doch die Tagesmeldungen aus der Rubrik „Aktuelles“.
Zum Beispiel hier : „Aktuelles“ vom 05.08.2013








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