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Wagenleben in Freiburg (1987-heute)


Hier finden Sie einen Überblick über die Entwicklung der Freiburger Wagenszene.

Zusätzlich haben wir ausführlichere Dokumentationen angelegt über die
- Geschichte der Schattenparker,

- den städtischen Wagenplatz am Eselwinkel (1998-heute),
- den Wagenplatz am Schönberg (1995-1998) und
- über die Strassenpunx (2002-heute).



Wagenleben in Freiburg (1987-heute)

Kapitelübersicht:
- 1987-1995: Eine Reihe von Vertreibungen: Die Entstehung des Vauban - Wagenplatzes
- 1995: Strategien angesichts der Räumungsbedrohung auf Vauban
- 1997: Punika-Oase und "Fliegende Wägen"
- 1999: Deeskalation von Seiten der Wagenbewohner
- 2001: Vom Gewerbegebiet Haid bis zur Odyssee 2003
- 2003: Die Vorgeschichte der Schattenparker
- 2007: Es geht weiter...


1. Eine Reihe von Vertreibungen:

Die Entstehung des Vauban - Wagenplatzes


1987

Auf dem Brachgelände im Stadtteil „im Grün“ hinter den Fauler - Arbeitshäusern entsteht die erste Wagenburg, die sich als solche bezeichnet.
Schon bald plant die Stadtverwaltung die Vetreibung der Wagenmenschen. Die GRÜNEN protestieren; Unterzeichner für den Kreisverband ist der heutige OB Dieter Salomon (→ Pressemitteilung der Grünen).

Ende 87
Räumung und Beschlagnahme der 7 Wagen „im Grün“, die nunmehr auf das Grethergelände an der ehemaligen Schmiede ziehen.

1988

Eine Gruppe von Menschen, die im Wagen leben, wird „Auf der Haid“ gesichtet; außerdem gibt es viele Menschen, die einzeln oder mit wenigen zusammen privat oder geduldet auf Waldparkplätzen mit ihren Wagen stehen. Über den Winter stellt der Campingplatz Hirzberg Wäglern einige Plätze zur Verfügung .

1989: Entstehung des Wagenplatzes Biohum / Rieselfeld

Die Wagen “Auf der Haid” siedeln 1989 auf Druck der Polizei um, auf das sog. Biohum- Gelände im Rieselfeld.

Wegen nicht zu lösender Probleme der zu heterogenen Gruppe verlassen im Laufe des Jahres 1990 einige den inzwischen geduldeten Platz.

Im Frühjahr 1992 erläßt der Zweite Bürgermeister Sven v. Ungern- Sternberg die sofortige Räumung des Biohum- Geländes.
Protest regt sich bei sozialen Gruppen und dem Gesundheitsamt über diesen Willkürakt. Der Gemeinderat entscheidet sich für einen Fortbestand des Platzes, wenn kein Ersatzgelände ausgewiesen wird. 19 mögliche Plätze werden von der Verwaltung genannt; in der Folge bleibt es jedoch beim alten Standort.
2001 wird der Platz um einige Meter verlagert und legalisiert. (Badische Zeitung, 20.9.2001: „Wagenburg kann neuen Platz ansteuern“)

1991-1992: Wagenplatz in Lehen

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Auf nach Lehen!

Ostern 1991
Das städtische Grundstück “Im Zinklern” in Lehen wird öffentlich besetzt.
Die Stadt schreitet sofort ein: es ergeht eine ordnungsrechtliche Räumungsverfügung. Parteien und Presse greifen das Thema auf, die Stadt entscheidet sich daraufhin für eine zivilrechtliche Klage als Grundstückseigentümerin. Der Prozess vorm Landesgericht endet mit einem Vergleich.
Es wird eine Frist gesetzt bis Ende ’92, innerhalb derer eine politische Lösung gefunden werden soll.

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...mehr Bilder vom Lehener Wagenplatz

1992
Im Freiburger Gemeinderat wird der Lehener Wagenburg eine Fristverlängerung ebenso wie ein Ersatzgelände verwehrt.


Okt. 1992
Anstatt einer politischen Lösung: Lehen wird geräumt.

Die Bewohner teilen sich in drei Gruppen auf.

Eine Gruppe pachtet ein Gelände im Höllental, die zweite ein Grundstück in Hochdorf.
Die dritte zieht nach St. Georgen, wo sie bis heute noch stehen (Wagenburg Ölmühle).

Sommer 1993
Einige Wagenbewohner ziehen auf den ehemaligen Schießplatz am Flughafen. Verschiedene Versuche von kleinen Gruppen, Wiesen zu pachten, scheitern am Widerstand der Ordnungsbehörde.
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Hochdorf wird verlassen

September 93
Der Platz im Höllental weicht dem Druck des Landratamtes und verläßt das Gelände.

Mai 94
Schießplatz erhält die Räumungsverfügung. Die Wagenburg zieht auf das leerstehende Kasernengelände „Quartier Vauban“ um.
POK Günter Zinnkann (zuständig für Vauban) erinnert sich: „Bildung von Wagenburgen – Beginn 20. Mai 1994“

1995
Auch der Hochdorfer Platz muß verlassen werden.


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...mehr Bilder vom Vauban-Gel

Mai 1995
Durch diese Vertreibungen haben sich immer mehr Wagenbewohner auf dem Vauban - Gelände eingefunden.

Die Stadtverwaltung sichert ein Jahr Duldung des Vaubangeländes zu, wenn sich alle auf dem noch unbebauten Gelände verstreuten kleinen Gruppen zusammenschließen; dadurch entstehen auf Vauban Wagenburgen mit 100 Wäglern.

POK Günter Zinnkann erinnert sich: „Treffpunkt bei Hermann am DB 508 und seinem Flohmarkt“






2. 1995-1999: Strategien
angesichts der Räumungsbedrohung auf Vauban



1995: Die Wagenburg auf dem ehemaligen Kasernengelände Vauban ist nur befristet geduldet, auf dem Gelände soll ein neuer Stadtteil entstehen.
Angesichts der drohenden Räumung von Vauban entwickeln verschiedene Gruppen unterschiedliche Strategien, um das Leben im Wagen fortsetzen zu können.





  • die spätere Eselswinkel-Gruppe

Verträge mit der Stadt unter Zähneknirschen
→ (...hierzu gibt es einen detaillierteren Artikel)

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  • Initiative Punika-Oase und Fliegende Wägen


    Punika-Oase wird 1997 vom Vauban-Gelände geräumt,

    Fliegende Wägen im selben Jahr von dem Gelände am Flugplatz.

    → (Hiervon wird im folgenden mehr berichtet.)

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3. Punika-Oase und "Fliegende Wägen"



1995 / 1996

Der große Wagenplatz auf Vauban soll geräumt werden.
Zunächst sieht es nach einer ersatzlosen Räumung aus, aufgrund von Druck aus der Öffentlichkeit soll dann aber doch Ersatz geschaffen werden. (Dies führt zum oft falsch interpretierten „Gemeinderatsbeschluss von 1996“)


Mai 1996

Schnell ist klar, dass der künftige Vauban-Ersatzplatz auf ein Projekt für betreutes Wohnen unter Obhut des Sozialamts hinauslaufen wird. Nicht alle Bewohner von Vauban sind hiermit einverstanden. Eine Gruppe (Wagenburg Fliegende Wägen) kritisiert am Stadtratsbeschluss “Die Abschiebung in ein Industriegebiet inmitten einer lebensfeindlichen Umgebung und Verträge, die die Bewohner nahezu rechtlos machen”.

Diese Gruppe zieht auf eine städtische Wiese am Flugplatz. Eine Räumungsverfügung wird ausgestellt, aber dem Widerspruch wird vom Verwaltungsgericht stattgegeben.

Die Stadt wird zu einer Duldung gezwungen.

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Fliegende Wägen, 1996

Januar 1997

Nachdem sie mit ihrem Anliegen bei der Stadt auf taube Ohren gestoßen ist, verläßt eine weitere Gruppe das Vauban: Die Initiative Punika-Oase besetzt am 26.1.97 ein städtisches Grundstück im Gewerbegebiet Haid. Der Platz wird am 30.1. geräumt und die Fahrzeuge beschlagnahmt. Später befindet sich die Gruppe wieder auf Vauban.

Frühjahr 1997

Jene Gruppe von Vauban - Wagenbewohnern, die sich auf die Vorgaben und Knebelverträge der Stadt eingelassen hat, bezieht eine Betonplatte an der Tullastraße. Im Juni 1998 erfolgt der Umzug an den Eselswinkel, dort besteht die Wagenburg bis heute.


Der heiße Sommer 1997


1997 (Punika-Oase)

Die auf dem Vaubangelände verbliebenen Wagenbewohner werden vertrieben (21.5. 1997). Die Stadt droht mit Beschlagnahme, falls die Wagen auf städtischer Fläche nochmals angetroffen werden.

Mai 1997 (Fliegende Wägen)

Kurz darauf erhält die Gruppe am Flugplatz einen Räumungsbescheid für den 5. Juni.

5.6. - 10.6. 1997

Punika-Oase und Fliegende Wägen vereinigen sich, verlassen die Wiese am Flugplatz als die Polizei eintrifft, fahren tagsüber als Demonstrationszug durch die Stadt und parken jeweils abends auf öffentlichen Parkplätzen.

Die Stadtverwaltung läßt am 10.6. frühmorgens die Freiburger Einsatzhundertschaft anrücken, alle Fahrzeuge auf dem Parkplatz des technischen Rathauses sollen beschlagnahmt werden. Die Wagenleute können dies in letzter Sekunde verhindern, indem sie legale Abstellplätze vorweisen. Bewohnen können sie ihre Fahrzeuge allerdings nicht mehr.

10.6. - 17.6. 1997

Die Wagenleute übernachten auf dem Rathausplatz, bis ihr Küchenzelt beschlagnahmt und die Übernachtung mit Bußgeldern belegt wird.

Sommer 1997

Die Wagenleute versuchen die Situation zu deeskalieren, indem sie vorerst nicht als Gruppe auftreten.

29.8. 1997

Die Gruppe wohnt auf einem Gelände der Firma Rhodia und wird am 2.9. vertrieben.

Sept. 1997


Über verschiedene Stationen gelangen die Wagenbewohner auf das leerstehende Grundstück des ehemaligen Südwestfunk-Studios im Stadtteil Günterstal (5.9.’97). Dort werden sie am 16.9. geräumt und drei Wagen beschlagnahmt.

26.9. 1997

Die Polizei spürt die Wägler am Opfinger Baggersee auf, die Stadt läßt in einer ebenso spektakulären wie illegalen Aktion alle Fahrzeuge beschlagnahmen und auf die städtische Mülldepolie verbringen.

30.9. 1997 Da die Beschlagnahme rechtswidrig ist, nehmen die Wagenleute einen Akt der Besitzkehr vor und holen sich in der Nacht zum 30.9. ihre Fahrzeuge zurück. Fünf dieser Fahrzeuge werden am 7.10.’97 abermals rechtswidrig beschlagnahmt.

Das Gerichtsverfahren, das die Wägler gegen die Stadt anstrengen, endet Monate später mit einem Vergleich.

Zunächst jedoch müssen die Wagenleute eine Summe von DM 1000,- pro beschlagnahmtem Fahrzeug aufbringen.

15.10. 1997

Schreiben des Amts für öffentliche Ordnung : "Wir machen aber darauf aufmerksam, dass bei erneutem Antreffen der genannten Wagen im Stadtgebiet von Freiburg auf einem nicht legalen Stellplatz sofort erneut eine Beschlagnahme erfolgen wird. Die Wagen werden dann unmittelbar danach eingezogen und verschrottet.“




4. Deeskalation von Seiten der Wagenbewohner



1999

Ehemalige Bewohner der Schönberg-Wagenburg und andere Wagenbewohner (z.B. Punika-Oase) stehen auf dem Fahnenmastplatz im Stadtteil Vauban.

Im Sommer 1999 muss dieser Platz verlassen werden:

die Stadt droht mit Abschleppen der Wagen. Es wird behauptet, das Gelände werde „in Kürze vermarktet und bebaut“. Zumindest bis zur demonstrativen Aktion am 3.12.2005 passiert mit dem Grundstück rein gar nichts.

Ende 1999 bis Herbst 2001
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Die Wägler bewohnen andere Brachflächen auf Vauban, werden jedoch immer wieder vertrieben. Als Beispiel hier das Schreiben der Stadt, um die Brachfläche „M1“ am Eingang der Vaubanallee zu räumen: „Sollten am 20.03. 2000, 8.00 Uhr Fahrzeuge auf dieser Fläche abgestellt sein, sehen wir uns gezwungen, diese ohne weitere Aufforderung abschleppen zu lassen.“ (Schreiben des Bauverwaltungsamtes vom 14.03.2000)

seit Frühjahr ’01

Eine Gruppe von Wagenleuten befindet sich auf einer Brachfläche nahe der zukünftigen Wendeschleife der Stadtbahn Vauban. Diese Gruppe gebraucht zum ersten Mal den Namen „Schattenparker“.

Juni ’01

Obwohl das Gelände bis zum Bau der Stadtbahn (damals geplant 2006) nicht benötigt wird, ordnet die Stadt mit Frist zum 16.7.’01 die Räumung an.

Juni ’01

Die Wagenleute suchen ein privates Gelände zu pachten. Einfach gestaltet sich dies nicht, da die Stadtverwaltung nicht kooperiert: „Die Wagenburg “Schattenparker“ hat noch immer keinen Ausweichstandort. Die jüngste Idee, auf eine Fläche des Vereins „Autofreies Wohnen“ in Vauban umzuziehen, hat sich gestern schnell zerschlagen. Baubürgermeister Schmelas blockte den Vorschlag ab: das Grundstück sei an einen bestimmten Zweck gebunden.“ (BZ, 11.07.01)

Der Versuch, von einem Opfinger Landwirt zu pachten, scheitert ebenfalls, da die Verwaltungsspitze die Entscheidung an den Opfinger Ortschaftsrat abwälzt, welcher unzureichend informiert sich gegen das Projekt ausspricht (vgl. BZ vom 19.Sept.2001, S.25)

16.7.’01


Der Platz wird freiwillig verlassen.

Über verschiedene Stationen gelangen die Wagenbewohner in eine Stichstraße im Gewerbegebiet Haid, wo weitere Wagenbewohner zu ihnen stoßen.



5. Gewerbegebiet Haid:
Ein neuer Platz entsteht



Die Situation im Jahre 2001

Es bestehen folgende Wagenplätze in Freiburg:

  • Wagenplatz auf dem Gelände des Mietshausprojektes „Selbstorganisierte Unabhängige Siedlungs-Initiative“ (S.U.S.I)
  • Öko-Wagenburg Ölmühle, St.Georgen, seit 1992. Privat gepachteter Platz.
  • Biohum/Rieselfeld, seit 1989. Seit 2001 von der Stadt verwaltet.

Sommer/Herbst 2001
Durch die Vertreibung von verschiedenen anderen Grundstücken und Parkplätzen entsteht der Standort im Gewerbegebiet Haid (Parkstreifen entlang der Sackgasse Bötzinger Straße).

Winter ’01/’02:
Erste Vertreibung aus dem Haid. Angedroht ist u. a. die Beschlagnahme der Fahrzeuge. Der Standort wird sauber und fristgerecht verlassen.

Jan./Feb. ’02
Dauerndes Hin- und Herziehen von Parkplatz zu Parkplatz. Die Stadtverwaltung gibt keine Ruhe: nach jeweils maximal einer Woche steht wieder die Polizei vor der Tür.

Frühjahr ’02
Nach etwa zwei Monaten bleibt der Großteil der Wägler wieder auf der Haid stehen. Diesmal bleibt die Vertreibung vorläufig aus.

Sommer 2002
Bemühungen der Wägler, in Stadtteil Wiehre von der Stadt den ehemaligen Recyclinghof anzumieten, scheitern nach langen Verhandlungen am Desinteresse der Stadt.

Herbst/Winter ’02
Repressionen seitens des Gemeindevollzugsdienstes. Das Leben der Wagenbewohner wird peinlichst dokumentiert, offensichtlich um gerichtsverwertbare Fakten zu sammeln, sollte es zu einem Rechtsstreit über die fürs Jahresende zu erwartende Räumung kommen.


Odyssee 2003


Januar ’03:
Der Parkstreifen im Gewerbegebiet Haid wird verlassen, bevor es zu einem solchen Rechtsstreit kommen kann.

Spätwinter ’03
Der überwiegende Teil der Wagenleute aus dem Haid befindet sich auf einer unbebauten Fläche im Stadtteil Vauban. Die Stadt droht abermals mit Abschleppen der Fahrzeuge, das Gelände wird Anfang Februar wieder verlassen.

Frühjahr ’03
Die Wagenbewohner werden bald hier, bald dort in der Stadt vertrieben. Bemühungen, einen Platz von Privat zu mieten, werden intensiviert.

April ’03
Beispiel für eine Anfrage an einen potentiellen Vermieter: Der Verein für Autofreies Wohnen lehnt das Anliegen der Wagenbewohner ab, u. a. weil eine Nutzung der Wägler nur vorstellbar sei „wenn die Stadt diese zumindest toleriert... davon können wir nicht ausgehen? (Schreiben vom 9.5.2003).

April ’03
Vorübergehender Standort ist der damals noch unbebaute „Alte Meßplatz“. Die Schikanen des Gemeindevollzugsdienstes setzen sich fort. Der Platz wird verlassen, um den Konflikt mit der Stadt zu entschärfen.

Juli ’03
In der Folge eines Techno-Festivals befinden sich viele Wägler auf dem besetzten Eternit-Gelände bei March-Neuershausen nahe Freiburg. Es wird versucht, mit dem Besitzer in Verhandlungen zu treten, jedoch ist dem kein Erfolg beschieden. Die Räumung am läuft friedlich ab.

Aufgeschreckt durch diese Aktion ist die Stadtverwaltung zu Gesprächen bereit. Es werden Verhandlungen mit der Stadt aufgenommen, um mögliche Standorte auf privatem Grund zu überprüfen.



6. Die Vorgeschichte der Schattenparker



Wagenplatz Obi-Süd / Am Campus

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Sommer ’03
Gleichzeitig werden die Wägler von verschiedene Standorten (Parkplätzen) vertrieben (→ Indymedia-Bericht); nach und nach landen die meisten auf dem Parkstreifen an der Basler Landstraße in St.Georgen, der in den folgenden zweieinhalb Jahren als Platz „am Campus“/ „Obi Süd“ in die Freiburger Wagengeschichte eingeht.

Aug.’03 bis Dez.’04
Die im Juli begonnenen Gespräche mit der Stadt bleiben ergebnislos. Weit über 30 Standorte in Privatbesitz werden der Stadt genannt; alle werden abgelehnt, ohne dass die Wagenleute direkt mit den Besitzern in Kontakt treten konnten.

Das einzige Gelände, das nach Ansicht der Stadt „geeignet“ erscheint, ist eine Baugrube in der Schildackerstraße. Abgesehen davon, dass das Gelände nur einem Teil der Wagenleute Platz geboten hätte, wird zum Winteranfang deutlich, dass die Grube als Wagenburgstandort ungeeignet ist: Die Grube ist so tief, dass der Rauch aus den Holzöfen unvermeidlich in die benachbarten Wohnungen ziehen würde; die Zufahrt (eine Kiesrampe) bei winterlich-feuchter Witterung nicht für LKW-Benutzung geeignet; außerdem sammelt sich in der Grube im Winter das Wasser.
Das Gelände wird von Seiten der Wägler auch aus politischen Gründen abgelehnt: es stellt sich heraus, dass Besitzer die Rüstungsfirma Litef ist.

„Die Wägler sind geduldet“, titelt die Badische Zeitung am 23. 8. 2004 allzu optimistisch.

Herbst ’04
Die Wagentage, ein bundesweites Treffen von Wagenbewohnern, finden nach Absprache mit der Stadtverwaltung am alten Standort im Gewerbegebiet Haid statt.
Die angemeldete Demo verläuft friedlich.
In der Folge jedoch werden verschiedenen Fahrzeughaltern Bußgeldbescheide zugestellt, nur weil sie einige Tage nach der angemeldeten Aktion noch im Gewerbegebiet parken. Ebenso ergeht es Fahrzeugen am Opfinger See. Teilnehmern an einer demonstrativen Aktion auf dem Stühlinger Kirchplatz erhalten Bußen wegen „Befahrens öffentlicher Grünfläche“.
In diesen Schreiben der Stadt findet sich der Hinweis, dass kein „Wohnen im öffentlichen Verkehrsraum“ außerhalb des Platzes am Campus akzeptiert werde. Die Stadt drängt also Wagenbewohner auf diesen Platz hinauf.

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Winteranfang ’05
Weitere Wagenbewohner aus Freiburg, die auf Parkplätzen wohnen oder kurzfristige Übergangslösungen gemietet hatten, werden darauf hingewiesen, dass sie beim Parken in Freiburg mit Repressionen zu rechnen haben. Stadt und Polizei forcieren den Zuzug dieser Menschen auf den bestehenden Platz am Campus (Basler Landstraße, Obi Süd). Dadurch verdoppelt sich die Zahl der Wagen auf diesem Gelände.

Jan. ’05
Die Stadt drängt auf „Gespräche mit den Wagenbewohnern“. Diese sind gerne hierzu bereit, ist doch die vom Verkehr frequentierte Basler Landstraße als dauerhafter Standort nicht geeignet. Die Gespräche finden statt am 12.1.’05 und 25.1.’05. Was jedoch anfangs wie ein ernstgemeinter Versuch der Stadt scheint, eine gemeinsame Lösung für einen Eratzstandort zu finden, entpuppt sich beim zweiten Termin als scheibchenweise übermittelte Information, der Platz werde in Kürze ersatzlos geräumt.

Es werden wie bei allen bisherigen Freiburger Räumungen Stellplätze auf dem städtischen Wagenplatz am Eselswinkel angeboten. Diese reichen zahlenmäßig nicht einmal ansatzweise für die Menschen am Campus aus. Die Schattenparker legen außerdem dar, dass sie aufgrund divergierender Lebensweisen nicht mit den Bewohnern des Eselswinkels, die sie gleichwohl schätzen, zusammenleben wollen und können.

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Feb. ’05
Die Schattenparker erhalten die Räumungsverfügung. Sie setzen die Suche nach einem privaten Ersatzgelände fort, gleichzeitig versuchen sie Zeit zu gewinnen: es wird Widerspruch eingelegt, der Rechtsstreit zieht sich bis in den Herbst.

Herbst ’05
In der Nacht zum 25.11.’05 wird der Platz in sauberem Zustand freiwillig verlassen. Die Vertreibungspolitik der Stadtverwaltung beginnt und gipfelt vorläufig in der Beschlagnahme von 25 Wagen am 3.12. 2005.

Chronik der Schattenparker



7. Es geht weiter...



März 2006
Herausgabe der drei Monate zuvor beschlagnahmten Schattenparker-Fahrzeuge. Die Schattenparker haben einen auf sechs Monate befristeten Mietvertrag im Gewerbegebiet Haid.

August 2006
Die Straßenpunx, eine von der Stadtverwaltung seit Jahren immer wieder unter Brücken vertriebene Gruppe, werden von dem Gelände Ponyhof neben dem Eselwinkel-Wagenplatz geräumt. Fahrzeuge werden verschrottet, Privateigentum auf den Müll geworfen.
Infos über die Straßenpunx unter „Links“

September 2006
Die Schattenparker schließen mit der Stadt einen 5-Jahres-Mietvertrag über die Gelände Ponyhof und Himmelfall neben dem Eselswinkel-Wagenplatz ab.

Februar 2007
Räumung der Straßenpunx vom alten Schießplatz.
Infos über die Straßenpunx unter „Links“

April 2007
Auch eine weitere Gruppe von Wagenbewohnern, die auf einem bewaldeten Grundstück in der Nähe des Schießplatzes wohnen, muss verschwinden.
Der Platz war seit seiner Entstehung im Juni 2002 zunächst unentdeckt geblieben.
Bericht in „Der Frei(e)Bürger“ (Märzausgabe 2007).

Chroniken schreiben sich besser mit Abstand... wenn du wissen willst, was seither passiert ist, durchforste doch die Tagesmeldungen aus der Rubrik „Aktuelles“.
Zum Beispiel hier: „Aktuelles“ vom 01.05.2007








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