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1995-1997

Der große Wagenplatz auf Vauban soll geräumt werden.
→ Chronik: Wagenleben in Freiburg (1995)
Zunächst sieht es nach einer ersatzlosen Räumung aus, aufgrund von Druck aus der Öffentlichkeit soll dann aber doch Ersatz geschaffen werden. (Gemeinderatsbeschluss von 1996)
Gespräche zwischen Vauban-Bewohnern, engagierten Bürgern und der Verwaltung finden statt. Es gibt mehrere Gruppen auf Vauban, die unterschiedliche Lebensweisen führen; für alle ist jedoch klar, dass sie auf einem selbstverwalteten Wagenplatz wohnen wollen. Die Stadtverwaltung legt eine Räumungsvereinbarung vor. Nur wer diese unterzeichnet, wird auf dem neuen städtischen Wagenplatz zugelassen.
Hierin ist zu lesen: „Die Räumungsverpflichtung besteht unabhängig davon, ob zum Zeitpunkt der Räumung (...) ein geeignetes Ersatzgrundstück der Stadt zur Verfügung gestellt werden kann.“
Bevor die dauerhaften Lösung entsteht, soll ein Übergangsplatz in der Tullastraße geschaffen werden- eine Betonplatte.
In die Planungen zum Übergangsstandort werden die Wagenbewohner nicht einbezogen.
Voraussetzung, den dauerhaften Platz beziehen zu dürfen, ist es, ein Jahr auf dieser Platte auszuharren und die Bedingungen der Stadt zu akzeptieren:
Einzelmietverträge
zeitliche Befristung des Übergangsstandortes, unabhängig davon ob eine Dauerlösung wirklich zustande kommt.
Überwachung durch Angestellte des Sozialamts

Eine Gruppe von Wagenbewohnern (die heutigen Eselswinkel-Bewohner) akeptiert diesen Bedingungen.
Eine weitere Gruppe (Initiative Punika-Oase, Vorläufergruppe der Schattenparker) protestiert und versucht weiter, einen selbstverwalteten Wagenplatz durchzusetzen. Die Gruppe wird am 21.5.1997 von Vauban geräumt.
1997
Mindestens zwei Bewohner der Tullastraße beugen sich nicht den Schikanen des Sozialamts und werden willkürlich gekündigt (ein wichtiges Argument gegen Einzelmietverträge).

Juni 1998
Die verbliebenen Bewohner der Tullastraße ziehen auf den Eselswinkel um. Selbstverwaltung ist seitens der Stadt nicht vorgesehen. Der Gruppe gelingt es in den folgenden Jahren, sich trotz den städtischen Bevormundungsversuchen gewisse Freiheiten zu erkämpfen und eine funktionierende Sozialstruktur aufzubauen.
2005
Das Mitspracherecht der Bewohner über die Belegung von freiwerdenden Stellplätzen auf dem Eselswinkel wird ausgehebelt: die 5 (nicht 11) freien Plätze dienen als Alibistandorte in den Diskussionen um die Räumung der Schattenparker am Campus/ St. Georgen.

Februar 2006
Die Gruppe soll vom Eselswinkel vertrieben werden, da die Stadt plant, hier langfristig die Schattenparker anzusiedeln. („Aktuelles“ vom Februar 2006)
→ Brief der Eselswinkel-Bewohner an die Freiburger Gemeinderäte.
Nachdem dies von der Presse (→ BZ: Stadt will Wagenburg im "Eselwinkel" neu ordnen) thematisiert wird, rudert die Stadtverwaltung zunächst zurück.
Frühjahr 2006

Auf dem Eselswinkel werden Vermessungsarbeiten vorgenommen. Die Parzellengröße soll verringert, die sanitären Anlagen „optimiert“ werden.
Außerdem soll das Gelände auch mit schwereren LKW befahrbar werden.
Offensichtlich bastelt die Verwaltung an einem Ausbau der Alibi-Stellplätze. Der Kontrast zwischen 35 Schattenparkern und nur 5 freien Plätzen am Eselwinkel soll verringert werden.
Längst jedoch haben die Schattenparker der Verwaltung klar dargestellt, dass ein Bezug des Eselswinkels nicht in Frage kommt; die Schattenparker werden als Gruppe zusammenbleiben und auch Spaltungsversuchen seitens der Verwaltung widerstehen.
30. Juli 2006
Seit langem bewerben sich einige Freiburger Straßenpunx für die freien Plätze am Eselswinkel. Sie dürfen jedoch nicht zuziehen; Begründung: die Stellplätze müssten für die Schattenparker freigehalten werden (!!).
Deshalb beziehen 13 Straßenpunx mit ihren Wohnwagen am 30. Juli 2006 eine Freifläche in unmittelbarer Nähe zum Wagenplatz.
→ Straßenpunx - Links
2006/2007
Nachdem die Schattenparker einen eigenen Platz vermietet bekommen haben, ist die Gefahr für den Eselwinkel-Platz zunächst gebannt. Man darf gespannt sein, was passiert, wenn der Schattenparker-Vertrag mit der Stadt 2011 ausläuft.
Oder was bis dahin passiert! Die Unterbreitung von Wohnungsangeboten an die Eselswinkel-BewohnerInnen setzt sich jedenfalls fort.
Chroniken schreiben sich besser mit Abstand... wenn du wissen willst, was seither passiert ist, durchforste doch die Tagesmeldungen aus der Rubrik „Aktuelles“.
Zum Beispiel hier: „Aktuelles“ vom 28.02.2008