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Badische Zeitung, 17. Mai 2006

Zuviele Kapuzenpullis


Freispruch für Studenten, der bei einer Wagenburg-Demonstration ein Auto beschädigt haben soll

Von unserer Mitarbeiterin Beate Beule

Rund 200 Menschen demonstrierten Anfang Dezember für mehr Wagenburgplätze in Freiburg. Anschließend kam es zu Ausschreitungen. Deshalb stehen jetzt einige Demonstranten vor Gericht. Gestern endete der erste Prozess mit einem Freispruch für den Angeklagten. Das Gericht konnte dem Studenten nicht nachweisen, dass er vorsorglich ein Polizeiauto mit einem Holzstab beschädigt hat.

Freuen sie sich nicht zu früh , gab der Richter dem Angeklagten noch mit auf den Weg. Denn : Zu dem Freispruch sei es nur gekommen, da ein Zeuge nicht zum Verhandlungstermin erschienen sei und dem Gericht außerdem die Holzstöcke nicht zur Ansicht vorgelegen hätten, betonte der Richter : Wenn die Staatsanwaltschaft in die Berufung geht, sieht das in der nächsten Instanz vielleicht schon ganz anders aus.

Nach der derzeitigen Beweislage könne er dem Angeklagten aber nicht nachweisen, dass er auf den VW-Sharan der Polizei eingeschlagen habe, um diesen zu beschädigen, sagte der Richter in der Urteilsbegründung. Und selbst wenn : Ob der Angeklagte dies bewusst getan habe und ob er mit dem Holzstab des Protestschildes zugeschlagen habe oder mit dem weicheren Schild, sei trotzdem unklar.

So wie er jetzt da sitzt, würde ich ihn nicht wiedererkennen , musste auch ein als Zeuge geladener Polizeibeamter zugeben, der als Beifahrer in dem Sharan saß. Bei der Demonstration habe die Kapuze eines Pullovers den Kopf des Angeklagten verdeckt, auch die Frisur und der Bart seien heute anders. Obwohl es damals etliche Demonstranten mit Kapuzenpullis gegeben habe, sei er sich aber sicher, dass der Angeklagte derjenige war, der das Polizeiauto beschädigt habe. Er habe sich aufgrund der vielen ähnlich gekleideten Demonstranten extra genau gemerkt, wer auf das Auto eingeschlagen habe, betonte der Beamte. So habe er den Angeklagten bei der anschließenden Festnahme sofort identifizieren können.

Nach der Demonstration hatte die Polizei mehr als 100 Menschen vorübergehend in Gewahrsam genommen. Grund waren Ausschreitungen auf der Heinrich-von-Stefan-Straße, bei denen Demonstranten mehrere Fahrzeuge beschädigten. Nach Aussage des Beamten hatten etwa 20 bis 30 Menschen das Polizeiauto eingekesselt.








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