Schattenparker
Schattenparker e. V. > WEM GEHÖRT FREIBURG

WEM GEHÖRT FREIBURG




Ein Faltblatt der Schattenparker zur Situation der Freiburger Alternativen und zur aktuellen Sozial- und Flächenpolitik.

(März 2008)


WEM GEHÖRT FREIBURG ?

Die Geschichte der Freiburger Wagenplätze ist eine Geschichte des Kampfes um Akzeptanz und ein Wettstreit mit Stadt, Immobilienfirmen und Investoren um Plätze in der Freiburger Gemarkung.

Eierkuchen ? - Pustekuchen !

Es klingt alles so schön : Anfang März 2006 haben die Schattenparker ihre 28 beschlagnahmten Wagen wieder ausgelöst, im Herbst desselben Jahres dann einen 5-Jahres-Mietvertrag im Industriegebiet Nord herbeiverhandelt. Alles gut oder ?! So schreibt jedenfalls die BZ vom Frieden in der Bauwagenszene.

Der Schein trügt. Noch immer ist das Leben im Bauwagen oder LKW nicht akzeptiert. Im Gegenteil : Vertreibungen, Räumungen und Beschlagnahmungen von Wagenleuten sind auch in den vergangenen Monaten in Freiburg gang und gäbe.

Das Problem liegt allerdings nicht nur in der fehlenden Akzeptanz des Wagenlebens, sondern auch in der Konkurrenz um Nutzung von Flächen im Freiburger Stadtgebiet. Der Kampf der Wagenleute ist also nicht nur ein Kampf um persönlichen Wohnraum, sondern es ist ein politischer Kampf um die Frage : Wie wollen wir in unserer Stadt leben und wer soll dort leben ?

Ein Wagenplatz ist mehr als nur ein privates Wohnprojekt

Neben den ökologischen Aspekten (keine Bodenversiegelung, Erhaltung von Windschneisen usw.) stellt eine politisch und sozial engagierte Wagenburg eine Infrastruktur zur Verfügung, die in einem genormten, sauberen, konsumorientierten Stadtbild fehlt. Ein Wagenplatz ist ein Ort, an dem unkommerzielle Kultur, politisches und soziales Leben, Austausch von Fähigkeiten und auch soziales Wohnen ermöglicht wird. Wagenplätze stehen somit einer Vermarktung von Grundstücken im Sinne kommerzieller Wirtschaftspolitik entgegen.

Die Frage lautet also : Wozu noch mehr Billigdiscounter mit genormten ungesunden Lebensmitteln, wozu noch mehr Gewerberäume und Industrieflächen ? Freiburg braucht mehr Plätze und Räume, die den kulturellen Austausch fördern, die soziales und ökologisches Wohnen und Leben ermöglichen. Der Aufbau emanzipatorischer Politik und Kultur muss im Vordergrund stehen, um in Eigeninitiative voneinander zu lernen. Lasst uns der Umwelt zerstörenden, auf menschliche Isolation aufbauenden Gesellschaft ein lebendiges, friedliches und mündiges Zusammenleben entgegensetzen !

Vertreibungen und Räumungen 2006 - 2008

Gerade deshalb, weil das Thema Schattenparker seit der Vertragsunterzeichnung 2006 vorerst (d.h. bis 2011) politisch ad akta gelegt ist, sind Räumungen und Beschlagnahmungen von Wagenbewohnern in Freiburg wieder an der Tagesordnung.

Die „Waldmenschen“ am Schießplatz mussten im April ´07 verschwinden, wurden aber später in der Nähe immmerhin noch für ein paar Monate geduldet. Die Wagenleute auf dem Gelände „Wilde Astrid“ (Vauban) mussten 2007 einem Bauvorhaben weichen. In Denzlingen bei Freiburg wurden Wagenleute diesen Winter vom Landratsamt von einem Privatgrundstück vertrieben. Die Freiburger Straßenpunx haben seit August 2006 bis heute sechs Räumungen und Beschlagnahmungen durchgemacht.

Aktuell müssen die Strassenpunx (5 von ihnen konnten nun nach Jahrelangem Zuzugsstopp auf den Eselwinkel ziehen) und die Waldmenschen einem weiteren Möbelgiganten in der Hermann-Mitsch-Strasse weichen. Im Vauban wehren sich gleichzeitig die Bewohner gegen den Bau des Green Businesscenter. Auch der Protest gegen den Verkauf der Stadtbauwohnungen gehört zu dieser Politik. Es gibt zahllose weitere Beispiele wo Industrie, Gewerbe, Wohnsilos und Supermarktketten den Vorzug erhalten haben anstelle von Parks, sozialen Zentren, Jugendzentren Fußballplätzen oder eben Wagenburgen.

Unruhige Zeiten liegen vor uns

Trotz des erfolgreichen Kampfes der Strassenpunx bleiben die Zeiten rau. Alle Alternativen müssen für ihren Fortbestand kämpfen. Das Vertragsende der Schattenparker rückt auch immer näher und der Wettstreit um die freien Flächen in Freiburg ist hart. Aber wir werden uns einen Platz in dieser Stadt erkämpfen und noch mehr Plätze und Freiräume schaffen um gemeinsam unsere Utopien zu leben.








Suivre la vie du site RSS 2.0 | Plan du site | Espace privé | SPIP | squelette